Schulkritik

Schulkritik gestern und heute

Juli 17, 2008 · Keine Kommentare

Mit dem Enstehen der modernen Schule aus der Aufklärung heraus, entsteht auch eine neue Textform: der schulkritische Text. So lange es die moderne Schule - resp. Staatsschule - gibt, so lange wird sie kritisch begleitet, wird hinterfragt, in Frage gestellt, dekonstruiert und delegitimiert.

Vom 19. Jahrhundert bis in unsere Zeit entstehen schulkritische Texte unterschiedlichster Couleur: wissenschaftliche Texte und Texte im feuilletonistischen Stil, Texte mit elaboriertem Begriffsinventar und Texte, in denen Begriffe diffus und bedeutungsleer einander abwechseln, Texte, die den engen Kreis der Institution Schule betreffen und Texte, die diesen übersteigen. Die Kritik trifft dabei die institutionelle Ordnung der Schule ebenso wie deren Hauptakteure - die Lehrer und Bildungsadministratoren - die vermittelten Inhalte, die methodisch-didaktische Ausrichtung oder die im Zusammenhang von Bildung und Erziehung notwendig angenommenen, impliziten und expliziten anthropologischen und epistemologischen Grunglagen.

Schulkritik spannt sich auf zwischen: Fundamentalkritik und punktueller Kritik. Sie formuliert sich mit fokussiertem Blick auf die Institution Schule oder gründet sich nicht selten auf eine allgemeine und weit gefasste Form der Kulturkritik. Teile der Schulkritik beziehen auch außerschulische Formen von Bildung und Erziehung mit in die Argumentation ein. Die Formulierung von Alternativen zum diagnostizierten Verfall oder Missstand von Bildung und Erziehung ist möglicher, jedoch nicht notwendiger Bestandteil von Schulkritik.

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